Re: Umweltschutz-Naturschutz


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Gesendet von Markus H. am 11. Oktober 1999 um 21:16 Uhr:

Dies ist eine Antwort auf: Re: freies Betretungsrecht? gesendet von Birgit am 11. Oktober 1999 um 19:20 Uhr:

: -einen Bürgermeister, der sich rühmt eine Straßenunterführung in einem Landschaftsschutzgebiet ohne Genehmigung gebaut zu haben.

Birgit, da kann ich nur lachen: Bei uns wurde mitten im Landschftsschutzgebiet eine Fläche von 50 Hektar gerodet, dort soll ein Gewerbepark entstehen - Initiatoren: 3 Gemeinden und das Land.
Weiters gibts im besagten "Landschaftsschutzgebiet drei genehmigt Mülldeponien (auf Schottergrund). Als eine Mülldeponie vor drei Jahren andauernd brannte wurden von einem privaten Institut Dioxinmessungen durchgeführt, die den hohen österr. Grenzwert um das 20 fache überschritten. Das darauffolgende Ermittlungsverfahren der Behörde ergab, daß das Dioxin nicht von der brennenden Mülldeponie kam, sondern von einem laufengelassenen Rasenmäher. (Kein Scherz).

: -Bauern, die im Landschaftsschutzgebiet Löcher in den Wegen mit Bauschutt auffüllen

Das geht ja noch, bei uns erlaubt die Behörde, daß aufgelassene Kiesgruben in Landschaftsschutzgebieten mit Bauschutt aufgefüllt werden.

: -die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Landsberg, die ein Gebiet mit geschützten Pflanzen zur Aufforstung freigibt, ohne eine Karte des Gebiets zu besitzen, geschweige denn es jemals angeschaut zu haben
: -Erdarbeiten in einer Orchideenwiese. Der einzige positive Aspekt ist hier, daß dort auch offensichtlich die Besucher auf den Wegen bleiben. Vermutlich auch deswegen, weil der Standort nicht sehr bekannt ist. Ich treff da meistens nie jemanden.

Tja, wir hatten da in der Nachbargemeinde ein kleines Waldstück, wo 10 verschiedene Orchideenarten wuchsen (u.a. Frauenschuh, Waldvöglein, Fliegenragwurz, versch. Dactylorhiza-Arten,..).
Und genau dort war geplant eine Forstrasse durchzubauen. Mir gelang es, trotz einigen Widerstandes, die Naturschutzbehörde zu informieren und das Projekt vorerst einmal zu stoppen. Es kam dann auch im darauffolgenden Frühjahr ein Naturschutzsachverständiger, und gemeinsam fanden wir immerin 7 geschützt Arten.
Dann geschah lange Zeit nichts und im Herbst wurde die Forststrasse gebaut. Begründung der Naturschutzbehörde: der Standort sei nicht arttypisch gewesen.

Manchmal habe ich den Eindruck, daß die Paragraphenreiter eine andere Auffasung von Naturschutz haben:
Sie wollen uns vor der Natur schützen !!

Ciao Markus H.




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