Gesendet von Thomas Pruß am 19. Oktober 1999 um 15:59 Uhr:
Dies ist eine Antwort auf: Re: Kohlenhydrate - hier her! gesendet von Thomas Pruß am 19. Oktober 1999 um 15:56 Uhr:
: : Hallo Thomas,
: : : …was bei allen Konsumenten zur Energiegewinnung herangezogen wird: Der Abbau von Kohlenhydraten (Fette, Zucker), um mit der gewonnenen Energie ATP her- und bereitzustellen – den Treibstoff des Lebens schlechthin.
: : Das ist im Prinzip schon klar. Die Frage war eher, woher die Kohlenhydrate kommen? Alleine aus den zerfallenden organischen Substanzen von denen sich das Pilzmyzel ernährt? Pflanzen regenerieren ja ihr ATP und erzeugen die Kohlenhydrate mit Hilfe der Photosynthese.
: : Gruß
: : Birgit
: Hallo Birgit,
: Pilze gewinnen die Kohlenhydrate aus den zerfallenden organischen Substanzen. Sie sind absolute Nahrugsspezialisten, die es schaffen, auf enzymatischen Weg z. B. die Cellulose (Kohlenhydrat) des toten Laubes auf dem Waldboden zu zerlegen. Auch Holz besteht aus Kohlenhydraten (es ist immer Cellulose und einige andere Zucker), und selbst da schaffen es die Pilze als einzige Lebewesen neben einigen Bakterienarten, es zu zerkleinern. Das Problem, den Holzkonservierungsstoff Lignin gleich mit zu zerlegen, haben sie ebenfalls gelöst (und DAS ist wirklich ’ne harte Nuss!!!). Aber im Humus steckt ja nicht nur Cellulose:Auch die Abbauprodukte von Fetten und Proteinen findet man dort.
: Einige Pilze, die mit Bäumen in Symbiose leben, haben es da einfacher: Sie bekommen vom Baum Zucker und versorgen ihn dafür mit Mineralstoffen, die sie bei ihrer Abbauarbeit freisetzen.
: Pflanzen und Tiere regenerieren beide ihr ATP z. B. im Zitronensäurezyklus. Aber wo die Tiere (und Pilze) eben nur Stoffe abbauen können, um die darin enthaltene Energie zu gewinnen, können Pflanzen aufgrund der Photosynthese Stoffe (Zucker, Eiweiß etc.) aufbauen, denn Energie bekommen sie von der Sonne mehr als genug. Zucker und Stärke sind Energiespeicher, die die Pflanzen angreifen, um z. B. im Dunkeln – wie die Tiere – ganz normal zu atmen, oder sie in ihre Nachkommenschaft (Samen, Knollen) zu stecken, damit die zum Start ins neue Leben genügend Energie mitbekommen – wenn Sie denn nicht vorher in Form von Äpfeln, Kartoffeln, Steckrüben, Butterbrot oder Weintrauben von uns aufgefuttert werden.
: Äh… ich wollte nun nicht schulmeisterlich wirken, oder so, aber wenn man nicht reden kann und den ganzen Tag am Computer hockt, geht’s schon mal mit mir durch ;-)
: Gruß
: Thomas