Bäume, Pilze und Orchideen


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Gesendet von Boris am 30. August 1999 um 14:48 Uhr:

Dies ist eine Antwort auf: Re: Aktueller Naehrstoffmangel ? gesendet von MUFTI am 30. August 1999 um 14:06 Uhr:

:
: : was ist mit den sog.Mykorrhiza-Pilzen,denen
: : die Nahrung nie ausgeht,es sei denn,unsere Wälder
: : sind mausetot.

: Eigentlich ein sehr ueberzeugendes Argument.

: Aber ist es wirklich so, dass sich diese Pilze
: sich ausschliesslich ueber ihren Partner ernaehren ?
: Futtern die nicht auch noch was nebenher ?

: Falls sie sich ausschliesslich ueber die Baeume
: ernaehren, wie funktioniert das eigentlich
: biologisch ? In einer Partnerschaft gibts ja
: immer ein Geben und ein Nehmen. Was liefern diese
: Pilze eigentlich dem Baum ? Oder sind diese Pilze
: ganz einfach Schmarotzer, gegen die sich
: Baeume per Evoulution auf lange Sicht wehren
: werden ?

Wenn ich das richtig interpretiere liefern die Pilze den Bäumen zusätzliche Mineralsalze und Wasser. Der Baum mag also u.U. einen Vorteil von seinem "erweiterten" Wurzelsystem haben. Wie gross dieses sein kann zeigt ja das bekannte Beispiel vom Hallimasch. Orchideen, insbesondere Jungpflanzen und blattgrünlose Arten, parasitieren mitunter auf dieser Lebensgemeinschaft indem sie Pilzhyphen anlocken und verdauen ohne dafuer eine Gegenleistung zu bringen. Bei grünen Orchideen wiederum mag es sich um eine echte Symbiose handeln. In Australien gibt es eine Orchidee die den Hallimasch als Symbiosepartner hat, meist leben diese Pflanzen mit niederen Pilzen zusammen.

Der Hallimasch ist auch ein gutes Beispiel fuer einen potentiellen Schmarotzer. Bei gesunden Bäumen müssen selbst aggressive Arten sich damit begnügen die Aussenseite der Wurzeln zu umkleiden und dort zwischen die Zellen zu wachsen (ektotrophe Mykorrhiza, im Gegensatz zur endotrophen Orchideen-Mykorrhiza, bei der die Hyphen effektiv ins Zellinnere gelockt und dort verdaut werden)

Wenn sich ein Pilz wie der Hallimasch jedoch stark vermehrt kann er durch seine Stoffwechselprodukte den Baum schädigen und die freiwerdenden Nährstoffe tragen zu einem explosiven Wachstum bei; der "Schmarotzer" gewinnt die Oberhand und kann selbst nach dem Absterben des Wirts weiter saprophytisch Leichenfledderei betreiben. Bei den Orchideen die den Parasitismus von der anderen Seite her betreiben liegt die Sache ähnlich, gewinnt der Pilz die Oberhand vernichtet er die Orchidee.

Ist fast wie im richtigen Leben, alles ist ein ständiges Geben und Nehmen bei dem man darauf achten muss, nicht einseitig zu stark ausgenutzt zu werden. :)

Cheers, Boris


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