SUBJECT>Re: Des Rätsels Lösung ?? POSTER>Christoph Hahn EMAIL>ch.j.hahn@t-online.de DATE>984601256 EMAILNOTICES>no IP_ADDRESS>cw04.M1.srv.t-online.de PREVIOUS>13795 NEXT> IMAGE> LINKNAME> LINKURL>

: Wie von bleem angekündigt haben wir heute Nachmittag die Fundstelle dieser
: unklaren Gallertträne aufgesucht.
: Mein erster Eindruck - Lothar und Christoph könnten mit D. capitatus richtig
: liegen.Zweifel kamen dann wieder auf als wir uns die Unterseite anschauten
: und nichts von einem 1-3mm langen Stielchen ausmachen konnten.

Ich habe noch nie 1-3 mm lange Stielchen bei D. capitatus gesehen. Die Gallertträne ist meist nur an einem Punkt zusammengezogen angewachsen. Kurze Stielchen können natürlich gebildet werden, vielleicht auch mal bis zu einem mm, aber längere kenne ich nicht...

Nur ein
: etwas dunkler gefärbter Punkt war zu sehen.

Das können natürlich beide Arten haben...

: Unterm Mikroskop waren nur unreife noch nicht septierte Sporen
: auszumachen,die
: die 10-13 Mikrometer für D.capitatus ( Breitenbach - Kränzlin ) deutlich
: überschritten. Die kleinste ausgemessene Spore hatte 14,2 die größte 15,9
: Länge und einer Breite von 5,6 Mikrom. bei fast allen ausgemessenen
: Sporen. Die Größe der gegabelten Basidien lagen mit durchschnittlich 40
: mikrom. auch über dem Maß der capitata. Wenn ich jetzt bei meiner
: Bestimmung von B+K ausgehe, handelt es sich doch um Dacrymyces
: stillatus,die übrigens laut B+K ebenfalls in der Mitte stielartig mit dem
: Substrat verwachsen ist.

: Da es aber auch andere Sporenangaben für capitatus gibt ( Gerhard - 11,5 bis
: 16,5 Mikrometer bin ich eigentlich genau so schlau wie vorher.

: Frage an Lothar und Christoph: bringt es was,die Dinger in ein paar Tagen
: nochmals zu mikroskopieren um dick oder dünnwandige Sporenwände und Septen
: zu finden?

Die abgebildeten Fruchtkörper waren ja noch ziemlich jung. Entweder sammelt man ein später nochmal nach (die Dinger könne recht alt werden, vielleicht in ein bis zwei Wochen nochmal? Je nach Witterung.
Oder, wenn der Ast schon daheim ist: Dacrymyces ist an gelegntliches Austrocknen perfekt angepaßt. Ast einfach kurz in Wasser schmeißen, dann in den Garten an eine feuchte Stelle legen (oder in den Keller, bei feuchter Luft lagern) und gemütlich nachreifen lassen. Es dürfte kein Problem geben, später wirklich reife Sporen zu finden. Dann ist es wirklich einfach, da D. capitatus wirklich dünne Sporenwände/-Septen hätte.

: Alles in allem, wenn ich die widersprüchlichen Literaturangaben zugrunde
: lege,ein unbefriedigendes Ergebnis.

Klar, aber wenn der Fruchtkörper halt noch nciht reif ist... Was die Sporenwände angeht, ist die Literatur doch eindeutig, oder? ;=)

: Bye Harry

Beste Grüße, Christoph

P.S. ich glaube immer noch an D. capitatus. Bin schon gespannt, ob ihr das Ding nachzüchtet. Vielleicht irre ich mich ja auch......