SUBJECT>Re: Woher wissen Waldtiere welche Pilze giftig sin POSTER>Thomas Pruß EMAIL>pruss@jahr-verlag.de DATE>994407424 EMAILNOTICES>no IP_ADDRESS>fw-e0.jahr-verlag.de PASSWORD>aaufWtfIugoM. PREVIOUS>16108 NEXT> 16152 IMAGE> LINKNAME> LINKURL>

Moin Mino,
Tatsache ist, dass viele Tiere für uns giftige Pilze ohne Schaden fressen können. Rehen macht es z. B. gar nichts, Fliegenpilze und Knollis zu fressen. Auch Wildschweine sind in dieser Hinsicht sehr robust. Wobei mich dabei mehr interssiert, wie sie es schaffen, die Gifte zu neutralisieren, ist doch der Stoffwechsel von Schweinen und Menschen sehr ähnlich, weil beide so genannte „Omnivoren“ – Allesfresser – sind.

Als nächstes gibt es einen „Erziehungseffekt“: Jungtieren wird von den Alttieren beigebracht, was fressbar ist und was nicht.

Waldtiere fressen aber auch Giftpilze und -pflanzen aus medizinischen Gründen. Das ist eindeutig nachgewiesen worden. Das Wissen um medizinisch wirksame Pflanzen und Pilze ist z. T. angeboren, zum großen Teil aber auch erlernt.

Man muss auch davon ausgehen, dass der Stoffwechsel von Wildtieren auf einem anderen Level verläuft, sprich: höher ist. Evtl. Vergiftungen treten dadurch auch schneller auf – der Lerneffekt ist größer!

Außerdem ist der Geruchsinn von Wildtieren viel schärfer (und damit vermutlich auch der Geschmackssinn), so dass sie in der Lage sind, für sie ungenießbare oder giftige Dinge zu riechen und zu schmecken.

Du siehst, Wildtieren steht eine weite Bandbreite an Möglichkeiten zur Verfügung, mit Giften zurecht zu kommen.
Grüsslis
Thomas