SUBJECT>Giftigkeit der Herkulesstaude, H. mantegazzianum POSTER>Christoph EMAIL>hahn@dgfm-ev.de DATE>1054070622 EMAILNOTICES>no IP_ADDRESS>p50807078.dip.t-dialin.net PASSWORD>aaRsTM9Wuw.Dk PREVIOUS>51066 NEXT> 51171 IMAGE> LINKNAME> LINKURL>
Ich lese hier grade sogar,
: dass der Kontakt mit der Pflanze "durch Erhöhung der
: Photosensibilität vor allem bei starker Sonneneinstrahlung zu Brandblasen
: und Geschwüren führen kann".
Völlig richtig. Heracleum mantegazzianum, so heißt der Riesenbärenklau botanisch, beinhaltet Furocumarine, die starke, UV-wirksame Kontaktgifte sind. Das heißt, dass nach bloßem Kontakt später bei Sonneneinstrahlung schwerwiegende Probleme auftreten können. Es kann bis hin zu Verbrennungen dritten Grades reichen. Therapie ist möglich. Im Prinzip die betroffenen Stellen solange vor jeglichem UV-Licht schützen, bis das Gift abgebaut ist... und natürlich die Symptome lindern...
Neben dem reinen Kontakt ist insbesondere der Saft (z.B. beim Rasenmähen wird der verspritzt, oder beim Abhacken) gefährlich.
Furocumarine kommen auch in anderen Doldenblütlern vor, aber nur in geringerer Menge. So auch im heimischen Wiesenbärenklau. Normalerweise sind die Konzentrationen aber zu schwach. Es gibt aber auch hier Fälle. Verbrennungen bis 2. Grades sind bei Wiesenbärenklau bekannt. Die Symptomatik wird auch "Wiesendermatitis" genannt.
Den höchsten Furocumaringehalt scheinen unreife Früchte zu besitzen.
Aber auch der Riesenbärenklau (H. mantegazzianum) ist nicht konstant gefährlich. Selbst der Saft wirkt nicht immer. Vermutlich gibt es eine jahreszeitliche oder aber individuelle Varianz?! Zudem kann es sein, dass manche Personen empfindlicher reagieren als andere.
Ich lasse jedenfalls den Riesenbärenklau nicht an meine Haut, und auch vor dem Wiesenbärenklau habe ich Respekt...
Grüße
Christoph
P.S.: meines Wissens haben die Grafen von Viereck den Riesenbärenklau von einer Reise in den Kaukasus heim ins bayerische Tutzing gebracht und als erste als Gartenpflanze eingeschleppt. Im Landkreis Starnberg (da liegt auch Tutzing) war's auch extrem schlimm. Seit Jahren wird dem R-Bärenklau dort mit der Giftspritze der Garaus gemacht. Das scheint gut zu klappen, denn der Bestand scheint rückläufig zu sein. Das Gift wird injiziert uns zerstört die Wurzeln. Während die Wurzeln kaputt gehen, wird das Gift wieder abgebaut, sodass der restlichen Flora kein Schaden droht. Der Name des Giftes ist mir entfallen, war ein paar Jahre her, hatte irgendeinen technischen Namen mit Buchstaben und Zahlen...