SUBJECT>Re: Panikmache? POSTER>Karin_2 EMAIL>pilzemontag@gewerbenet.de DATE>1072273004 IP_ADDRESS>213.70.108.85 PASSWORD>aaBCvAAQI7YRg PREVIOUS>59810 NEXT> IMAGE> LINKNAME> LINKURL>
Christoph schrieb: ...
...Das klingt ähnlich wie der Prinzipienstreit bei Schgutzimpfungen. Da fast alle gegen Polio geimpft sind, ist die Krankheit fast kein Thema mehr bei uns. Da es aber fast kein Polio mehr gibt, propagieren einige, man solle nicht mehr impfen, da Impfungen ja auch ein Stress für den Körper sind. Wenn man flächendeckend damit aufhören würde, wäre Polio sehr schnell wieder präsent.
Lieber Christoph,
zum Thema Impfen nur diesen Link. Oder gezielt suchen. Muss sich jeder selber sein Bild machen. Nicht immer muss der Mainstream der richtige Weg sein. Kann, muss aber nicht.
Bei uns gibt es zum Glück keine Massenvergiftungen mehr.
Dein Wort in Gottes Ohr....
Bei Parma gab es mal vor ein paar Jahren eine Vergiftungswelle mit Riesenrötlingen (als Nebelkappen gesammelt). Ich war damals unten in der Region und die ansässigen Mykologen haben davon berichtet. Unnötig wie ein Kropf, da die beiden Arten gut auseinanderzuhalten sind. Aufklärung hätte geholfen.
Aufklärung also dahingehend, dass man die Nebelkappen hätte nehmen können? So versteh ich den Satz jedenfalls. Sind die denn nicht auch schon alle giftig? Abgesehen davon:Der Riesenrötling ist sooo dramatisch ja nicht. Der ist doch schneller wieder draußen wie drin. Todesfälle: Keine bekannt, Langzeitschäden:Kenn ich auch keine. Gastrointestinales Syndrom, nicht mehr. Don´t panic.
Deine Aussage im Tintling, dass man, wenn man die wichtigsten Giftpilze kenne, ruhig sich durchfuttern könne, da nix schlimmes passieren kann, ist gefährlich und beruht auf einem inkorrekten Umkehrschluss. Man kennt dann alle bekannten (!) Giftpilze. Dass dann alle anderen essbar seine, das ist hahnebüchen. Und wie kannst du wissen, dass nicht irgendeine imj Speisewert noch unbekannte Art nicht auch hochgiftig sein kann?
Es gilt der derzeitige Kenntnisstand, logisch, was sonst. Und ich habe
auch nicht gesagt, dass dann alle anderen essbar seien. Lies noch mal genauer.
Pilzberatung tut Not. Schau dor mal de Symptome des Acromelalga-Syndroms an. Das ist das grausamste, was ich bisher gelesen habe. ASuch nur ein Fall wäre zu viel. Und die Art kommt möglicherweise bald bei uns vor, wenn die Klimaänderung fortschreitet. Ohne Aufklärung und Pilzberater würd eman viele ins offene Messer laufen lassen.
Dann bereiten wir uns mal auf die große Stunde vor...
Dazu - mit Smiley natürlich
-
die ersten Zeilen eines Gedichtes von Kurt Oestreich (1093-1988)
Ihr Dasein verdanken die Lebendigen
doch nur den Pilzsachverständigen.
Uns hätt mit gift´gem Pilzesaft
der Tad schon längst hinweggerafft,
hätt nicht beständig wie ein Vater
getreu gesorgt der Pilzberater.
Ich für mich (und ich bin auch sehr experimentierfreudig, was Pilzeessen angeht) kenne viele unprobelmatische und essbare Arten. Ich für mich esse nur, was ich kenne (dann kann nämlich gar nischt passieren).
Bist Du da sicher?
Das war ein Streitgespräch, kein Monolog. Eine Meinung gegen eine andere,
im selben Text. Meine Zielgruppe sind auch nicht die Mykophagen, sondern Pilzfreunde. Wenn es auf den Dialog Reaktionen geben sollte, werden die - soweit publikationsfähig - gedruckt, ganz egal welcher der Meinungen die angehören. Schreib doch einen Leserbrief, wenn Du möchtest.
Vielleicht sollen ab dem neuen Jahr alle wieder Kremplinge essen. Ich möchte aber dein Gewissen nicht haben, wenn plötzlich (bzw. nach ein paar Jahren) diverse Tintlingsabonnenten sterben oder Organschäden haben. Die luete hätten dir vertraut, dass du als Herausgeberin einer weit verbreiteten Zeitschrift alle Warner als Panikmacher titulierst.
Ich habe nicht alle Warner als Panikmacher tituliert und ich habe nicht
gesagt, dass nun alle Kremplinge essen sollen. Lies auch diese Stellen noch mal
genauer. Was den Tintling betrifft, so war es ja ein Streitgespräch, damit sich
die Leute ihre Meinung frei bilden können und nicht meine übernehmen sollen.
Übrigens, und das habe ich dir, meine ich, schonmal geschrieben... die letzten Kremplingsfälle gab es noch in den 90er Jahren.
Ich weiß noch in welchem Maildialog das war. Das war, als ich von Deinem Chef die Absage gekriegt habe, trotz der Ersparnis von den 4000.-p.a.. Wenn Du möchtest, kann ich die Mail hier reinstellen. In der hast Du nämlich auch geschrieben, dass Du nach Todesfällen in Folge von Paxillus-Vergiftungen suchst und nicht fündig wirst. Den Beweis, dass es sich bei den Fällen in den 90er Jahren tatsächlich um von Kremplingen ausgelöste Allergien handelte, habe ich bis heute nicht gesehen. Wohl wurden die Bluttransfusionen durchgeführt, das bezweifle ich nicht... So wie es eben im Tintling dargestellt ist. Unbewiesene Behauptungen oder ungenau dokumentierte Fälle werden nicht wahrer, wenn sie 1000fach wiederholt werden...
Wer Fliegenpilze, Kremplinge und Giftlorcheln essen will - bitte. In letzteren beiden Fällen aber bitte pivat versichern, damit nicht die Allgemeinheit für diese Torheiten zahlen muss.
Andersrum. Du wirst es nicht glauben, ich bin gar nicht krankenversichert, weil ich nämlich nicht bereit bin, die Torheiten unseres "Gesundheitssystems" zu bezahlen. Glaub mir, ich habe viel recherchiert und lange über die möglichen Konsequenzen und über Alternativen nachgedacht. Leicht habe ich mir diesen Schritt damals, vor 12 Jahren, nicht leicht gemacht. Privat, nur meine Meinung...
Wer meine Ansicht als paranoid betrachtet - bitte, habe kein Problem damit. Ich habe mir jedenfalls noch keine Vergiftung zugezogen und werde es auch nicht.
Du musst wohl Hellseher sein ;-)>
Noch einen Nachsatz zum Thema Pilzberatung: Es soll nicht der Eindruck
entstehen, dass ich verantwortungsvolle Pilzberatung ablehne. Das Gegenteil ist
sogar der Fall. Aber wir haben derzeit eine m.A.n. unbefriedigende Situation an
allen Eckpunkten und ich finde, dass es legitim ist, nach Alternativen zu
suchen. Dieses Forum würde eine gute Plattform dafür bilden, sowohl was
mögliche Ideen einer grundsätzlichen Durchführbarkeit anbelangt als auch, um
Methoden zu erarbeiten, um Ratsuchenden praktikable und dennoch sichere
Ratschläge erteilen zu können. Das war ja auch der Ausgangspunkt.
Meine private Meinung zur Gefährlichkeit von Pilzen ist im Sinne von
offizieller Pilzberatung und Vergiftungsprävention hingegen nicht übertragbar.
Ich bin ja auch keine Pilzberaterin oder Pilzsachverständige, sondern halte -
wie Georg hier - ein meinungsbildendes Medium vor. Nicht mehr und nicht weniger.
Die Meinung meines Streitpartners Harry Andersson und seine Handlungsweise ist -
vor dem Hintergrund seiner im Interview dargestellten Aufgaben und seiner Ziele
- selbstverständlich die einzig Richtige.
Ebenso, Karin