SUBJECT>Re: Fingerhutverpel (+ Morchelbild) POSTER>Jürgen EMAIL>schreiner_juergen@web.de DATE>1082482538 IP_ADDRESS>dialin-145-254-239-104.arcor-ip.net PASSWORD>aaos9Nm3HhLlM PREVIOUS>62147 NEXT> IMAGE> LINKNAME> LINKURL>

Hallo Sepp,

ich denke es ist kein Problem, ein paar Frkp. zu Anschauungszwecken zu ernten. Ich habe selber eine conica-Fundstelle vor der Haustür, wo die Art in guten Jahren zu Hunderten unter alten Apfelbäumen fruktifiziert. Dass ich bei guter Fundlage einige junge Exemplare (alte blieben eh immer stehen) unter die Morcheln gemischt habe, hat dem Bestand nie geschadet.

Viel schlimmer ist, dass dieses schöne Streuobstgebiet jetzt völlig unnötig in eine Weinplantage umgewandelt werden soll. Das würde nicht nur den Verpelbestand vernichten, sondern auch ein potenzielles Brutgebiet des Steinkauzes platt machen. Die wahren Pilzfeinde sitzen also woanders... in den Behörden oft nur wenige Zimmer nebenan von denen, die die offiziellen Bestimmungen zum Artenschutz erlassen.

Was die Ökobilanz angeht, könnte man ja auch darüber diskutieren, ob etwa die motorisierte Anfahrt zu den Morchelgründen mit der damit verbundenen Bodenbelastung durch Schadstoffe nicht schwerer wiegt als das Absammeln der Pilze.

Grüße, Jürgen

Nachtrag: Vorgestern war ich in diesem Gebiet mal wieder unterwegs - leider allzu hastig und ohne Ergebnis, was bei Morcheln tödlich ist. Mein alter Herr hatte heute die Muße, in Ruhe nachzusuchen. Den Spott muss ich natürlich jetzt aushalten...

Morcheln nicht zu finden heißt also nicht unbedingt, dass keine gewachsen wären;o)