SUBJECT>Zum Fliegenpilz POSTER>Pio EMAIL>holger.pio@gmx.de DATE>1096219301 IP_ADDRESS>pD9E81727.dip0.t-ipconnect.de PASSWORD>aaG7CykBvLBps PREVIOUS>69936 NEXT> IMAGE> LINKNAME> LINKURL>

: Mein Bekannter erzählte, dass ältere, geschwächte Menschen im Herbst oft
: viele Fliegenpilze gesammelt haben, da sie zu längeren Pilzsammlungen
: nicht in der Lage waren und Vorräte für den Winter anlegen mußten. Die
: Pilze wurden einfach stundenlang gekocht und dann verzehrt. (Ist das Gift
: des Fliegenpilzes hitzelabil?)

Hallo Anke,

da kenne ich mich nicht aus, aber ich habe auch schon öfter gehört, dass manche Leute in Deutschland während des Krieges und danach, als es kaum etwas zu beißen gab, Fliegenpilze gegessen haben sollen. Man hat sie wohl vorher gekocht und das Kochwasser weggeschüttet, ähnlich wie bei Lorcheln. In Hennig: "Taschenbuch für Pilzfreunde" ist zu lesen:

"Das Gift lässt sich durch mehrfaches Abkochen zum großen Teil entfernen. Dieses Gift, Muskarin genannt, erzeugt durch Einwirkung auf die Großhirnrinde Rauschzustände wie Heiterkeit, gehobene Stimmung, Lachen, Weinen, Tobsucht, lebhafte Träume, Sinnestäuschungen, Schwindel und Taumel. Die Verwirrung kann auch zu Halluzinationen führen. Man sagte früher: er hat närrische Pilze gegessen....

Tödliche Vergiftungen sind selten, da sich die Wirkung der Gifte (Muskarin und Muskaridin) sehr schnell bemerkbar macht und das Gift aus Magen und Darm noch rechtzeitig entfernt werden kann...."

Woanders habe ich mal gelesen, dass der Fliegenpilz in Indien als heilig verehrt wurde und bei irgendwelchen religiösen Kulthandlungen vernascht wurde, ähnlich wie diverse halluzinogene Pilze bei einigen Indianerstämmen z.B. in Mexico und Guatemala.

Viele Grüße - Pio