SUBJECT>Das Problem liegt woanders POSTER>Jürgen EMAIL>schreiner_juergen@web.de DATE>1126552861 IP_ADDRESS>p5081E7C4.dip.t-dialin.net PASSWORD>aa5P46Axv2oyk PREVIOUS>86942 NEXT> 86948 IMAGE> LINKNAME> LINKURL>
und zwar 1.) daran, dass Hans kein sehr typisches Exemplar von B. rhodopurpureus gefunden hat (relativ blasser Hut, undeutliches, stark in Flocken aufgelöstes Netz) - was kein größeres Problem ist, wenn man die (erhebliche) Variationsbreite der Art kennt,
und 2.) daran, dass jeder hier nur den zweidimensionalen Blick auf die nicht allzu großen und detailreichen Fotos hat, der die direkte Beurteilung per Augenschein nicht ersetzen kann - wenn man die Art aus eigener Anschauung nicht gut genug kennt.
Was bei der Mikroskopie etwas hergibt, sind die Sporendimensionen: bei B. rhodopurpureus kürzer und gedrungener (Q um 2,4) gegenüber B. erythropus (Q um 2,8).
Was bei Grenzfällen auch helfen (wenn auch nicht entscheiden) kann, ist der Standort: Hier, auch mit Blick auf die Begleitarten, stark thermophil - das mag B. erythropus in der Regel nicht.
Diese Aussagen sind vielleicht jetzt etwas unbefriedigend, aber wer sich intensiver mit der Gruppe befassen willen, kommt ohnehin um kritisches Literaturstudium und das Aneignen eigener Felderfahrung nicht herum. Der Vergleich einzelner Merkmale anhand von Webbildern kann da nur ein Anfang sein.
Grüße, Jürgen