SUBJECT>Re: Mikrofragen POSTER>Wolfgang P. EMAIL>Wolfgang.Pruefert@tee-online.de DATE>1158701513 IP_ADDRESS>p54A9EE7E.dip.t-dialin.net PASSWORD>aaHjyl88e/Q8U PREVIOUS>105778 NEXT> 105786 105788 IMAGE> LINKNAME> LINKURL>

: Hallo Werner,
: vielen Dank für die Unterstützung. Ich habe doch noch Zystiden (die einzige
: Gruppe) an einer Lamellenschneide (der 10ten oder so) gefunden.
:
: Die Sporen sind sehr groß bis 14 x 7 und sehen sehr unterschiedlich aus.
:
: Der Fälbling gefällt mir nicht wirklich, mein Pilz ist wirklich gelb, das
: einzige Bild, das ich von Hebeloma longicaudum zur Verfügung habe (BLV
: Gerhardt, unterwegs) passt nicht.
: Gruß Maren

Bei den Cystiden hast Du vermutlich die falsche Technik: schneide mal eine ganze Lamelle heraus und trenne die Schneide (oberste 0,5 mm) mit einer Rasierklinge ab und quetsche das ganze ein wenig in KOH. Da solltest Du Zystiden in Masse sehen.

Zu allen bisherigen Merkmalen:
- Sporen rauh, nicht dextrinoid (wirklich??), ohne Perispor?, mandelförmig, bis 14my
- Cheilocystiden bauchig (alle??)
- Hut gelbocker
- Stiel glatt (?)
- Standort im Nadelwald (kein Laubbaum in der Nähe??)

fällt mir keine einzige passende Art ein, und auch beim Durchblättern vom Vesterhold ist mir keine aufgefallen.

Meine Vermutung ist, dass es sich um einen ganz normalen Rettichfälbling handelt, der etwas dunkel ausfällt, und Du die Sporenmerkmale (dextrinoid, mit perispor) nicht richtig beurteilst und das Bild den Stiel nicht gut genug zeigt, um die weiße Natterung zu sehen.

Zur Dextrinoidität: es erscheint wirklich zuerst seltsam, bei braunen Sporen eine Braunfärbung mit Melzer beobachten zu wollen. Aber es geht, wenn man dieselben Sporen vor und nach Jodzugabe vergleicht. Das Perispor sieht man bei H. sinapizans wirklich schwer, da muss man schon eine halbe Stunde investieren, und alle möglichen Sporen nach einer durchsichtigen Hülle absuchen.

Grüße,

Wolfgang