SUBJECT>Re: Herbstlorchel - schmackhaft gekocht, oder nich POSTER>Werner EMAIL>wgpflaum@t-online.de DATE>1159602393 IP_ADDRESS>p5496E6BF.dip.t-dialin.net PASSWORD>aa2wKqpgXsn1M PREVIOUS>106694 NEXT> 106714 IMAGE> LINKNAME> LINKURL>

: Das ist ja nun auch so 'ne Sache: erstmal in geringen Dosen probieren, und
: wenn nix passiert, kann man ja beim nächsten Mal bißchen mehr davon essen
: usw. Mein Schwiegervater ist begeisterter Kremplingesser. Über meine
: Bedenken lacht er immer nur, "die esse ich schon seit vielen Jahren,
: da ist nie was pasiert". Aber ist es nicht so, daß beim Kahlem
: Krempling sich sie Giftstoffe sich im Körper sammeln und eine Vergiftung
: erst dann auftritt, wenn irgendwann mal "das Maß voll" ist?

Das ist schon richtig. Nur gehen wir wohl von 2 verschiedenen Standpunkten aus. Ich meinte nicht generell, daß man erst eine geringe Dosis probieren soll, um sich anschließend immer den Magen vollzuschlagen. Das diente in meinem Beispiel lediglich zur Befriedigung meiner Neugier - weil a) die Riesenlorchel so gut roch und b) ich gelesen hatte, daß nach diversen Vorsichtsmaßnahmen dieser Pilz sehr gut schmeckt und die wesentlich giftigere Frühjahrslorchel im Osten immer noch gegessen wird und c)ich meine Neugier befriedigen wollte.

Außerdem habe ich ja davon abgeraten, sowas nachzumachen. Ich habe auch nie andere Leute in meine Versuche einbezogen.

Andererseits hielt ich das mit den geringen Dosen auch bei für viele Leute unverträglichen Pilzen so. Z.B. beim Hallimasch oder Netzstieligen Hexenröhrling. Wenn man sich von solchen Pilzen gleich das erste Mal eine Mahlzeitmenge reinhaut, kann man u.U. eine sehr negative Erfahrung machen.

Da ich kein großer Pilzesser mehr bin, bin ich mit meinen Versuchen durch und esse außer ganz selten Hallimaschsuppe sonst keine fragwürdigen Pilze mehr. Der Mykophage (vorsichtig ausgedrückt: Speisepilzliebhaber) sollte natürlich daraus nicht den Schluß ziehen, daß man jeden Versuchspilz zwangsläufig in Zukunft essen muß.

Viele Grüße,

Werner