SUBJECT>Re: H. xanthochroa POSTER>Philipp EMAIL>1183-960@onlinehome.de DATE>1161198515 IP_ADDRESS>242.24.62.81.cust.bluewin.ch PASSWORD>aa4aC737bejEs PREVIOUS>108577 NEXT> 108613 108619 IMAGE> LINKNAME> LINKURL>

Lieber Karl-Heinz,

bei deinem schönen Saftlingsfund handelt es sich meiner Meinung nach um Hygrocybe glutinipes var. glutinipes. Typisch dafür ist neben dem schmächtigen Habitus der weiss ausgeblasse Hutrand (Bild 1 und 2), der in dieser Untergattung einzigartig ist (Das siehst du auch gut auf dem Photo im Boertmann S. 143). H. chlorophana ist eigentlich nur selten so klein und fragil; der Stiel ist nicht rund, sondern hat eine breite und eine schmale Seite und die Lamellen sind vor allem frei bis schmal angewachsen. Diese beiden Arten gehören der UG Hygrocybe mit den langen Tramahyphen an. Ein weiterer "kleiner" gelber ist H. ceracea, der im Habitus H. glutinipes ähnlich sieht (breit angewachsene Lamellen), aber zur UG Pseudohygrocybe gehört, d.h. kurze, parallele Tramahyphen hat. Ein Blick durchs Mikroskop schafft hier Klarheit.
Beim dritten Bild tippe ich auf die rote Form von H. glutinipes: var. rubra. Boertmann zweifelt allerdings daran, ob die beiden Varietäten nicht ein und dasselbe sind...
Vom Bild her hast du recht, dass H. xanthochroa "passen würde" - nur bedenke: H. xanthochroa kommt in alpinen/arktischen Habitaten vor und hat ein irreguläres Lamellentrama. Und das müsste man erst nachweisen, bevor es passt! ;-) Ich hatte diese Saison ein genaugleiches Exemplar in einer Kollektion glutinipes gefunden und dachte erst auch an H. xanthochroa - aber das Trama war regulär mit langen Hyphen...

liebe Grüsse,

Philipp