SUBJECT>Re: Pilzreisen nach Tibet POSTER>Daniel Winkler EMAIL>info@pilzreisen.info DATE>1183494873 IP_ADDRESS>pool-71-112-153-85.sttlwa.dsl-w.verizon.net PASSWORD>aaGadc2BqpXbM PREVIOUS>119620 NEXT> 119656 IMAGE> LINKNAME> LINKURL>

Liebe Gunni,
Den Vergleich mit Walfang oder Rhinohorn kann ich in keinster Weiese nachvollziehen.
Mein und Dein taeglicher Brotverzehr macht sehr viel mehr Lebewesen den Lebensraum streitig (und leider oft auch kaputt) wie die Sammlung eines Pilzes, der eine Raupe getoetet hat und selber am Ende seines Lebenszykluses steht.

Das Bareinkommen hilft den Tibetern Schulgebuehren, Arztrechnungen und vielleicht einen Fernseher oder ein kleines Motorrad zu kaufen und sich nicht anderswertig als schlecht bezahlte unqualifizierte Arbeitskraft verkaufen zu muessen.

In Sachen Sammlergesundheit in Nepal. Die Situation in Tibet ist eine ganz andere als in Nepal. Die Tibeter suchen in ihrer angestammten Umwelt seit Jahrhunderten, in einer Umwelt in der viele von ihnen eh mit ihren Yaks unterwegs sind. Nichts extremes fuer einen Tibeter, nur mehr Partyatmosphaere in der Sammelzeit, weil der Rubel rollt und weil es weniger Arbeit gibt als wenn das Vieh nach der Sammelsaison raufkommt, dass versorgt werden muss.

Ich kann mir aber vorstellen, dass Tiefland Nepalis, die oft zum erstenmal ins Hochlamnd kommen, es sicherlich viel schwerer haben, zB duenne Baumwollkleidern.

Ich erachte die Situation fuer die laendlichen Tibeter als riesen Glueck. Ein Monat Pilzesuchen deckt ueber die Haelfte des jaehrlichen Bargeld bedarfes ohne sich mit chinesischen Realitaeten auseinanderzusetzen muessen. Koennte ich mein Geld so verdienen, waere ich auch dabei, keine Frage. Aber mein Bargeldbedarf ist natuerlich viel hoeher als der eines Selbstversorgerlandwirt oder -viehhirt.

tschau, daniel
PS: Wo hast Du Deine Informationen bezgl Nepal her?
Die Quelle wuerde ich gerne sehen. Ich habe viele Leute befragt, die die Szene in Nepal kennen aber noch nie so eine Einschaetzung gesehen.