SUBJECT>chlorophana POSTER>Saftling EMAIL>Dieter.Doczkal@t-online.de DATE>1188084023 IP_ADDRESS>p54A3FF78.dip.t-dialin.net PASSWORD>aaQDQg1MLv5yg PREVIOUS>123363 NEXT> 123394 123624 IMAGE> LINKNAME> LINKURL>

Hallo Uschi,

Dein Fund passt widerspruchsfrei zu chlorophana. (Das von Andreas empfohlene Messen der Lamellentramahyphen könnte zwar nicht schaden, wird aber auch zu keinem anderen Resultat führen.) quieta kommt aus den von Andreas genannten Gründen nicht in Frage. Diese hat v.a. einen ganz charakteristischen Geruch. Das verwirrende an den gelben bis roten Saftlingen ist, dass sich die Autoren gängiger Bücher nicht einig sind, wie viele Arten es gibt und welches die jeweils entscheidenden Merkmale sind. Wenn man sich an das gut durchdachte und auf langjähriger Erfahrung beruhende Werk von Boertman: The genus Hygrocybe. Fungi of northern Europe vol. 1 hält, wird die Sache aber viel klarer, denn viele in anderen Werken separat geführte Taxa werden von Boertman als Synonyme zu anderen Arten gestellt (m.E. fast immer gut begründet). Damit fallen dann auch solche Phantom-"Arten" wie cystidiata weg.
Anlässlich einer Massenfruktifikation von chlorophana (und ca. 20 weiterer Saftlingsarten) fast vor meiner Haustür in 2004 konnte ich selbst beobachten, wie ungeheuer variabel diese habituell ist: von blassgelb bis hellrot, mit freien bis +- angewachsenen Lamellen, ganz trockenem bis deutlich klebrigem Stiel, klein bis groß (max. ca. 10cm Hutdurchmesser) und einer großen Streuung der Sporenmaße waren alle Übergänge zu finden - oft an unmittelbar benachbart wachsenden Fruchtkörpern. Dein Fund passt da ganz zwanglos rein.

Liebe Grüße
Dieter