SUBJECT>Re: Gefahr durch "Mittransport" eines Giftpilzes? POSTER>olly EMAIL>olly.merkulova@gmx.de DATE>1188290958 EMAILNOTICES>no IP_ADDRESS>dslb-084-061-164-112.pools.arcor-ip.net PASSWORD>aaMPXJSvdduRs PREVIOUS>123652 NEXT> IMAGE> LINKNAME> LINKURL>

Hallo Florian,

ich kann leider niemanden aus diesem Forum beim Verarbeiten der Pilze über die Schulter gucken. Mein Vater - ein tollkühner Experementator, wenn es um unbekannte Pilze ging, hat mich folgenden Workflow gelehrt:

• esse niemals Pilze, die Du nicht hundertprozentig identifizieren kannst! Egal, ob roh oder gekocht.
• merke Dir die Stelle im Korb, wo der verdächtige Pilz lag und seine »Nachbarn«, d.h. Pilze, die mit dem Pilz in Berührung kamen.
• sortiere diesen Pilz und auch die »Nachbarn« als erstes aus und räume aus dem Weg
• sortiere auch die essbaren Pilze nach Arten, verwende dabei Schalen, Schüsseln etc., wo immer nur dieselbe Art landet
• beim Verarbeiten achte darauf, dass die Pilze sorgfältig ausgebürstet werden und daran keine Reste von was auch immer kleben bleiben
• achte in jeder Phase des Verarbeitungsprozesses auf die Merkmale eines jeden Pilzes, ob beim Putzen oder Schneiden: es könnte immer noch einer dazwischen gerutscht seit, der beim Aufschneiden anders aussieht oder sich verhält als seine zuerst als Artgenossen identifizierten Pilze. Wenn es der Fall ist: weg damit!
• Wenn Du nach all dem immer noch kein »gutes Gefühl« hast, lass es lieber sein!

Das war jetzt meine Vorgehensweise. Ich habe schon mal ein fertiges Pilzgericht nicht angerührt, weil ich zweifel hatte. Es bedarf jahrelanger Übung, um Merkmale richtig zu erkennen, ja überhaupt diese wahzunehmen. Das hat nichts mit Talent oder geistigem Niveau zu tun. Am Anfang sehen Pilze »wie Chinesen« alle gleich aus. Daher kann ich hier meine Vorgehensweise nur schildern, jedoch nicht mit gutem Gewissen empfehlen, da ich Dich, Florian, nicht persönlich kenne. Ich hoffe, Du triffst die richtige Entscheidung.

Grüsse

olly