SUBJECT>Re: Incertae sedis? POSTER>Tomate EMAIL>Thomas_Hincha@web.de DATE>1203127606 IP_ADDRESS>p5B154DEC.dip.t-dialin.net PASSWORD>aaSj2.TwxsqCo PREVIOUS>135080 NEXT> 135085 135093 IMAGE> LINKNAME> LINKURL>

Hallo Andreas,

es handelt sich bei der biologischen Systematik keineswegs um ein dem "Schubladendenken des Menschen" entspringendes Konstrukt. Die dadurch zum Ausdruck gebrachte Ordnung ist ganz im Gegenteil von allgemeiner Gültigkeit - und eben keine Denkkrücke einer überforderten Spezies. Der Gattungs- oder Familienbegriff z. B. ist in der Natur genauso real wie der Artbegriff. Das sind keine Erfindungen des Menschen, sondern begriffliche Spiegelbilder der Realität. Die so zum Ausdruck gebrachten allgemeineren Verwandtschaftverhältnisse sind der Natur natürlich genauso "bekannt" wie die straffste Form der Systematik: Die Art. Die geringere Augenfälligkeit der weiter gefassten Gruppen und Beziehungen ändert doch nichts an ihrer Realität. Ich halte es darum nicht für gerechtfertigt zu behaupten, die Natur "kenne" nur Arten.

Alles Gute

Tomate