SUBJECT>Re: Incertae sedis? POSTER>Tomate EMAIL>Thomas_Hincha@web.de DATE>1203204295 IP_ADDRESS>p5B15657E.dip.t-dialin.net PASSWORD>aaSj2.TwxsqCo PREVIOUS>135094 NEXT> 135115 IMAGE> LINKNAME> LINKURL>

Hallo,

wenn man der Meinung ist, es gäbe in der Natur keine Gattungen, Familien, Ordnungen etc. , dann gibt es im Grunde, finde ich, nur eine Konsequenz: Man muss auch die "Art" ablehnen. Denn die "Art" unterscheidet sich in ihrem definitorischen Charakter in nichts von Gattungen, Familien ... Die "Art" wurde dem Menschen nicht von Gott als Ariadnefaden gereicht, damit der arme Wicht wenigstens einen Anfang habe. Sie stellt eine auf Beobachtung beruhende Nachzeichnung eines Verwandtschaftverhälnisses dar. Die weniger engen Verwandtschaftsverhältnisse der Gattungen und Familien bauen sich nach demselben Muster auf.
Dass die Systematik ein sich ständig veränderndes System ist, versteht sich von selbst. Natürlich ist es auch sperrig und da und dort ungenau oder gar überfordert. Die wohl nie endenden Veränderungen daran tangieren aber nicht die prinzipielle Richtigkeit der darin festgehaltenen unterschiedlichen Verwandtschaftsgrade. Ob man heute von "Ordnung" spricht oder in hundert Jahren von "XY", ändert nichts an einem tatsächlich bestehenden, dann eben besser erfassten Verwandtschaftgrad.

Alles Gute

Tomate