SUBJECT>Re: Total OT: Anglizismen und Volksverdummung POSTER>Rainer_aus_AC EMAIL>r-czech@t-online.de DATE>1298225495 IP_ADDRESS>p5B39D561.dip.t-dialin.net PASSWORD>aaPV6M5jK0WZk PREVIOUS>201322 NEXT> 201410 IMAGE> LINKNAME> LINKURL>
Hallo Gábor,
auch ich finde es manchmal etwas erschreckend, wie oft und gedankenlos man "neu-deutsche" (denglische) Begriffe verwendet, die - bei genauerer Betrachtung - keinen Mehrwert bringen, oft ist in der Tat das Gegenteil der Fall. Ich selbst nehme mich da nicht aus, es ist speziell in meiner Branche (Weichware) halt sehr verbreitet.
Andererseits: Sprache ist nun mal im Fluss, das war schon immer so. Wenn man genau hinschaut, haben wir viele (die meisten?) Worte, die wir heute als "typisch deutsch" empfinden, auch irgendwann mal von den Franzosen, Italienern, Polen, .... übernommen. Ob das damals auch als "Volksverdummmung" galt - bei einigen Leuten vermutlich.
Ich rege mich auch gerne mal künstlich über was auf, aber ich finde, da gibt's schlimmeres .. ;-)
LG,
Rainer.
PS:
Und weil mich der Begriff Drücker geärgert hat (ok, ist nicht von Dir ...):
Ein "Key-Account-Manager" ist (wie Du sicherlich weisst) normalerweise jemand, der einen Groß-Kunden seines Unternehmens ganzheitlich betreut und das Team (Berater, Entwickler, ...), das für und mit diesem Kunden arbeitet und neue Lösungen konzipiert, führt und koordiniert. Also schon etwas anderes als ein "Drücker" ... . Und da viele Firmen international aufgestellt sind und/oder internationale Kunden haben, haben sich englische Tätigkeitsbezeichnungen halt eingebürgert und durchaus als sinnvoll erwiesen. Ich weiß nicht, was daran schlimm sein sollte ... Ohne den Key-Acount-Manager eines Unternehmens, das z.B. Spezialgläser herstellt, und der dann Kunden z.B. wie Olympus, Nikon, ... betreut, gäbe es nicht die Mikroskope der Qualität, wie wir sie heute kennen.
Aber, igitt, der KAM ist ja eigentlich auch nur eine Art Verkäufer, das ist natürlich unter aller Würde ... Über so was rege ICH mich dann eher auf ...