SUBJECT>Dextrinoidität von Galerina-Sporen POSTER>Schnuffel EMAIL>gerh.guth@t-online.de DATE>1319923510 IP_ADDRESS>p5DC6A526.dip.t-dialin.net PASSWORD>aaZxXjiPdkil2 PREVIOUS>214343 NEXT> 214563 IMAGE> LINKNAME> LINKURL>
Hallo allerseits!
: alle Galerinas haben dextrinoide Sporen. Da ich als Referenz nicht gerade
: besonders anerkannt ;-) bin: die diesbezügliche Quelle ist Walter Pätzold
: gewesen, auch nochmal bestätigt auf ausdrückliche Nachfrage meinerseits,
: ob dies wirklich alle Galerinas betrifft. Wenn man in der Literatur
: nachforscht findet man das auch bestätigt.
Hier irrte sich nicht nur Herr Pätzold, sondern noch einig andere, die vielleicht die Ursache seines Irrtums waren. So steht im Horak bei Galerina ganz pauschal: Sporen dextrinoid. Auf der Gattungs-CD von A. Bollmann kann man bei der Gattungsbeschreibung von Galerina ebenfalls lesen: Sporen dextrinoid.
Als ich vor einigen Jahren einmal glaubte, Tubaria von Galerina anhand dieses Merkmals unterscheiden zu können, musste ich schnell feststellen, dass bei 4 der mir bekannten 12 Galerinas die Sporen ebenfalls nicht dextrinoid waren, u. z. bei G. camerina, G. clavata, G. laevis (= G. graminea) und G. sideroides (= G. stylifera). Erst als stolzer Besitzer der Funga Nordica erhielt ich umfassende Aufklärung: Die Sporen von Galerina sind dextrinoid, mit Ausnahme der meisten Arten mit tibiiformen (Spielfiguren-ähnlichen) Cystiden. Dazu gehören außer den 3 schon genannten noch G. arctica, G. pseudocerina und G. similis.
Dass in Pilze der Schweiz bei den Braunsporern keine Jodreaktion der Sporen angegeben ist, beruht vielleicht auf der irrigen Meinung, dass bei diesen eine Braunfärbung durch Jod nicht festgestellt werden könnte. Es ist aber verblüffend zu sehen, wie z. B. die Sporen von G. marginata begierig das Jod anziehen und sich intensiv rotbraun färben, wobei die Jodlösung je nach Mengenverhältnis manchmal völlig entfärbt wird.
: Eigenartig, dass dieses Merkmal wenig bekannt ist, denn für unerfahrene
: PSV-Mikroskopiker (zu denen ich mich auch zähle) ist das schon hilfreich
: für eine mögliche Vergiftungsdiagnostik, bzw. Unterscheidung zum
: Stockschwämmchen. Denn im Eifer des Gefechts ists vielleicht - für mich
: zumindestens - nicht mehr so ganz einfach eine kalyptrate Sporenform zu
: diagnostitzieren oder gar eine Plage an der Galerinaspore zu finden. In
: Melzer sieht man übrigens die Plage fast nicht mehr.
Zur Unterscheidung des Stockschwämmchens vom Gift-Häubling ist die Jodreaktion jedenfalls eine geeignete Methode, wenn die Stiele bereits entfernt wurden.
Gruß - Schnuffel