SUBJECT>Re: Unbekanntes von vorgestern POSTER>Schnuffel EMAIL>gerh.guth@t-online.de DATE>1331981979 IP_ADDRESS>p5DC685D2.dip.t-dialin.net PASSWORD>aaZxXjiPdkil2 PREVIOUS>219695 NEXT> 219727 IMAGE> LINKNAME> LINKURL>

Hallo Toffel!

: 1: Ist das Valsa leucostoma oder nivea? Die Perithecien sehen ein wenig
: kreiselförmig aus: Der Rand ist ziemlich scharf und die Mitte etwas
: erhaben. Sie sehen also etwa so aus wie kleine Kinderkarussells. ;-)

: 2: In welche Richtung könnte das gehen? Kann das Hyphodontia sambuci sein?

Das Wachstum an Eiche schließt H. sambuci nicht aus. Diese wächst zwar mit Vorliebe an Schwarzem Holunder, aber sie verschmäht keineswegs anderes Laub- und Nadelholz und vergreift sich sogar an Stauden und Kräutern.
Der ockerliche Farbton spricht allerdings gegen H. sambuci, da diese normalerweise auch im fortgeschrittenen Alter noch rein kalkweiß gefärbt ist. Zur Entscheidung einfach die Sporen anschauen; sie sind für einen weißen Rindenpilz unverwechselbar. Vor 6 Tagen hat sie der Juergen als Mikrorätsel gezeigt. http://www.pilzepilze.de/cgi-bin/webbbs/pconfig.pl?noframes;read=219581

: 3: Was kann das sein? Vielleicht junge Encoelia fimbriata?

: 4: Was sind das für Büschel, die aus den Perithecienöffnungen von Hypoxylon
: fragiforme herausragen. Es sind hyaline Haare, aber wozu dienen die? Ist: das
: ein Schutz vor Räubern? Die Nebenfruchtform sieht ja anders aus. Was mich
: auch noch wundert: Die Sporen messen 6,5-10x3,5 µm. Liegt das daran,
: dass sie noch nicht reif sind?

Wenn Hypoxylon-Sporen noch unreif sind, dann sind sie hyalin. Das waren sie sicher nicht, sonst hättest du das erwähnt. Über die Sporengröße wundere ich mich nicht, denn es handelt sich hier nicht um H. fragiforme, sondern um Hypoxylon howeanum, die Zimtbraune (Kleinsporige) Kohlenbeere. Dazu passend ist auch das Substrat Eiche. Die Büschel ähneln im Aussehen etwas der Anamorphe von H. howeanum, Isaria umbrina (=Nodulisporium umbrinum); diese wächst aber nicht aus der Perithezienmündung heraus, sondern zunächst auf dem Stroma und später an der Basis junger Fruchtkörper. Möglicherweise handelt es sich hier wirklich einmal um den unspezifischen Schmarotzer an Hypoxylon-Arten, für den die Anamorphe von H. howeanum oft irrtümlich gehalten wird.

Gruß - Schnuffel