SUBJECT>Omphalina / Arrhenia auf Schildflechten POSTER>Ingo Jürgens EMAIL>ingo.juergens@gmx.com DATE>1333655537 IP_ADDRESS>p4FECCE18.dip.t-dialin.net PASSWORD>aa5Cn1t6rW2Dk PREVIOUS> NEXT> 220357 IMAGE> LINKNAME> LINKURL>
Hallo liebe Pilzfreunde,
hier mal ein paar Bilder einer Omphalina (Arrhenia), die ich Ende März /Anfang April auf einem Sandmagerrasen in Ostwestfalen gefunden habe. Insgesamt waren es gut 50 Fruchtkörper, die zerstreut auf einer Fläche von ca. 100 qm standen, immer inmitten abgestorbener und schon stark zerfallener Schildflechten. Bei den Flechten handelt es sich um Peltigera rufescens, eine noch relativ häufige und für trocken-warme Standorte typische Art.
In den Bereichen ohne Flechten fanden sich keine Omphalina, sodass von einer eindeutigen Bindung an dieses Substrat ausgegangen werden kann. Überwiegend waren es kleine bis sehr kleine Pilze mit einem Hutdurchmesser von unter 10 mm. Die Stiele waren mehr oder weniger bereift (bei einigen Fruchtkörpern sehr dicht und üppig, bei anderen weniger). Ein irgendwie auffälliger Geruch war nicht festzustellen. Die Fotos zeigen ausnahmslos frisch ausgetriebene Exemplare, mit zunehmendem Alter werden sie deutlich heller.
Die mikroskopische Untersuchung ergab Hyphen mit Schnallen, 4-sporige Basidien und eine Sporengröße von 6 - 10 x 4,5 - 6,5 µm (siehe Foto vom Abwurfpräparat).
Zusammen mit der offensichtlichen Bindung an abgestorbene Schildflechten führt dies bei der Bestimmung zu Omphalina (Arrhenia) peltigerina, eine seltene Art, die meines Wissens in Deutschland bisher nur aus Schleswig-Holstein bekannt ist und hier im Forum von Maren gezeigt wurde:
http://www.pilzepilze.de/cgi-bin/webbbs/parchive2009.pl?noframes;read=177651 und http://pilzepilze.de/cgi-bin/webbbs/pconfig.pl?noframes;read=216787
Mit einiger Wahrscheinlichkeit hatte sie Klaas aber auch schon:
http://www.pilzepilze.de/cgi-bin/webbbs/parchive2010.pl?noframes;read=199285
(Bild 6)
Ohne die Flechten wäre ich bei der Bestimmung bei Omphalina (Arrhenia) velutipes gelandet. Den gefundenen Fruchtkörpern fehlt zwar der für "velutipes" typische Geruch nach Pelargonien und "velutipes" ist auch eher auf Lehm und weniger auf Sand zu erwarten, Ausschluss-Kriterien sind das aber sicher nicht.
Literatur und Web habe ich sehr intensiv durchsucht und zu O. peltigerina fanden sich auch ausführliche Fundbeschreibungen, z.B.:
http://www.snl.lu/publications/bulletin/SNL_2008_109_003_007.pdf.
Eindeutige (!) mikroskopische oder makroskopische Unterschiede zwischen "peltigerina" und "velutipes" konnte ich aber nicht ermitteln.
Was meint das Forum?
LG Ingo
Zunächst drei Fotos durchschnittlicher Exemplare (Hutdurchmesser knapp unter 10 mm)
Gruppe mit einem auffällig großen Exemplar (Hutdurchmesser 17 mm)
Dieselbe Gruppe mit Blick auf die Lamellen
Sporen
Vitale Schildflechten (an solchen Beständen finden sich keine Pilze)