SUBJECT>Re: Camarosporium und Frage POSTER>Schnuffel EMAIL>gerh.guth@t-online.de DATE>1335295861 IP_ADDRESS>p5DC6B37C.dip.t-dialin.net PASSWORD>aaZxXjiPdkil2 PREVIOUS>220825 NEXT> 220963 IMAGE> LINKNAME> LINKURL>
Hallo Nobi!
: An Robinie finde ich leider auch immer nur die Anamorphe von Cucurbitaria
: elongata: Camarosporium robiniae
Ich habe in meinem Beitrag den Namen Camarosporium robiniae bewusst vermieden, da in Saccardo, P.A. Sylloge Fungorum III: 459 (1884) für dessen Konidien eine Größe von nur 16-17 x 7 µm angegeben ist und ich für die gefundenen Konidien ca. 24,5 x 8 µm gemessen habe, was mit den Angaben von 17-27 x 8-9 µm bei Ellis & Ellis für die Konidien von Cucurbitaria elongata gut übereinstimmt. Dort ist aber auch nur vom Camarosporium-Stadium die Rede und nicht von Camarosporium robiniae. (In meinem Beitrag hatte ich versehentlich mit 20,5 µm den niedrigsten der gemessenen Werte statt des Mittelwerts von 24,5 µm angegeben.)
: Nun habe ich einen Robinien-Ast mit ebendieser NFF einige Tage gelagert,
: mit der Hoffnung, dass doch irgendwie auch noch die Hauptfruchtform
: erscheinen möge.
: Was erschien, waren einzelne Perithecien mit zwar muriformen Sporen,
: allerdings waren diese für elongata viel zu klein und hatten nur wenige
: Quersepten.
: Was könnte das sein?
: Kannst Du oder irgendein anderer Forumsleser mir auf die Sprünge helfen?
Ich könnte mir gut vorstellen, dass die noch in den Asci befindlichen Sporen noch nicht ausgewachsen und ausdifferenziert waren.
Auch für die Ascosporen von Cucurbitaria elongata gibt es sehr unterschiedliche Angaben. Während Björn 29-34 x 10-12 µm gemessen hat, wird in der schönen Arbeit von N. Amelang über 3 Pyrenos an Robinie ( http://www.uni-greifswald.de/~mycology/literatur/pyrenos_robinia.pdf ) auf von T. Richter gemessene Werte von 18-20 x10 µm hingewiesen. Die Werte bei Ellis & Ellis (20-30 x 9-10 µm) liegen, was die Länge betrifft, dazwischen.
Die unterschiedlichen Angaben zur Größe der Konidien sind vielleicht durch das Vorliegen mehrerer Nebenfruchtformen zu erklären. In Jahrbücher des Nassauischen Vereins für Naturkunde 23-24: 171 (1869-1870 [publ. 1870]) ist bei der Beschreibung der Gattung Cucurbitaria zu lesen: Hier kommen Conidien, Spermatien, Stylosporen, Macrostylosporen und Schlauchsporen vor. Bei den einzlnen Arten sind neben der perfekten Form "Fungus ascophorus" noch jeweil 1-2 Nebenfruchtformen aus der Gruppe "Fungus spermogonium, Fungus conidiophorus, Fungus microconidiophorus, Fungus pycnidium und Fungus macrostylosporiferus" angeführt. Bei Cucurbitaria elongata ist zwar nur von Macrostylosporen die Rede, aber es könnte ja hier auch noch eine zweite Nebenfruchtform vorkommen.
Bei den robiniaphilen Pyrenos ist wohl noch einiges zu klären.
Gruß – Schnuffel