SUBJECT>OT: Tyria jacobaeae (Jakobskrautbär) POSTER>Lonco EMAIL>versicolora@aol.com DATE>1375950023 IP_ADDRESS>p4FC99DB2.dip0.t-ipconnect.de PASSWORD>aasEsPtmNm7L6 PREVIOUS>234693 NEXT> IMAGE> LINKNAME> LINKURL>

Guten Morgen Sabine & Holger!

: schön von Dir zu hören ;-)

Das gebe ich uneingeschränkt an Euch zurück. Leider komme ich zur Zeit nicht dazu, hier alle Beiträge in Ruhe zu lesen, Eure sind aber Pflicht :)

: Über die Häufigkeit der Raupe (des Falters) hier in unserer Gegend können wir
: nichts sagen. Am vergangenen Sonntag erstmal hier gesehen. Es waren aber
: nicht viele, vielleicht grad mal ne Hand voll. Sie haben sich aber
: tatsächlich über den Huflattich hergemacht ;-)

Prima, das packe ich mir gleich mal in den Hinterkopf!
Bei mir gibt es Stellen, wo das Jakobs-Greiskraut mit Huflattich vergesellschaftet vorkommt, und trotz Kahlfraß am Jakobs-Greiskraut der Huflattich nicht angerührt wurde, so das letztendlich sogar Raupen am "gedeckten Tisch" verhungert sind.

: Zitat NABU Hannover 01.08.2008: "Der Jakobskrautbär ist heutzutage eine
: seltene Schmetterlingsart und wird in der Roten Liste der Schmetterlinge
: Niedersachsens als stark gefährdete Art (RL 2) geführt.

Die Art ist auf jeden Fall neben ihrem lokalen Auftreten auch für ihre extremen Häufigkeitsschwankungen bekannt, manchmal ist sie jahrelang wie vom Erdboden verschwunden, dann kannst Du sie wieder ohne Ende an allen möglichen Stellen finden (genau wie bei manchen Pilzarten auch). Es ist schwierig, sowas in eine Gefährdungskategorie zu packen, ich weiß auch nicht, wie sich die Situation auf gesamt Niedersachsen verhält. Ich kenne Kollegen, die würden sich die Hände lecken, um diese Art mal leibhaftig zu sehen, vermutlich sitzen wir hier im mittleren Niedersachsen bei dieser Art auch auf einem Hotspot.

: Die Gefährdung
: beruht vor allem in der Veränderung der Lebensräume wie Vernichtung von
: Brachen, künstliche Begrünung von Böschungen, Rekultivierung von
: Bodenentnahmestellen und zweckfremde Nutzung von Wegrainen, oft
: Lebensräume des Jakobs-Kreuzkrautes."

Da sind bestimmt die ursprünglichen Lebensräume gemeint, aber das betrifft ja mittlerweile in unserer ausgeräumten Landschaft praktisch jede Lebensform ;)
Senecio jacobaea steht bei mir eigentlich überall rum (und es gibt bestimmte Bevölkerungsschichten, die würden diese Pflanze am liebsten gänzlich ausrotten), selbst in der intensiv genutzten Agrarwüste, und der Falter folgt (in guten Jahren?) und kann das nutzen.

Liebe Grüße,
Thomas.