SUBJECT>Re: Definitionen für Arten, Gattungen etc. POSTER>Emil EMAIL>Dino.Emil@googlemail.com DATE>1381510932 EMAILNOTICES>no IP_ADDRESS>gssn-5f7555ff.pool.mediaWays.net PASSWORD>aam0loAxEErhE PREVIOUS>237966 NEXT> 237968 IMAGE> LINKNAME> LINKURL>
Hallo Michel,
danke auch dir für die interessanten Erklärungen.
: Zumindest theoretisch ist das schon festgelegt: Eine Art umfaßt eine
: Fortpflanzungsgemeinschaft, deren Mitglieder unter natürlichen Bedingungen
: Nachkommen zeugen könn(t)en. Diese Nachkommen müssen ebenfalls wieder zur
: Fortpflanzung fähig sein (also keine Maultiere etc.). Innerhalb einer Art
: besteht also Genaustausch, darüber hinaus nicht! Eine Art ist demnach
: etwas, was in der Natur existiert und nicht willkürlich definiert werden
: kann. So musste man den Hallimasch in verschiedene Arten aufspalten, weil
: diese nicht miteinander kreuzbar sind.
Die Frage ist doch, wann ein Pilz nur eine Varietät ist und wann eine neue Art. Kann man mehrere Varietäten einer Art untereinander kreuzen?
: Auch für Gattungen (und alle höheren Rangstufen) gibt es ein Kriterium: Es
: muss ein gemeinsamer Vorfahre existiert haben, von dem alle Angehörigen
: der Gattung abstammen, aber keine *weiteren*.
Und woran erkennt man, welchen Vorfahren die Arten haben? Doch auch nur an gemeinsamen Merkmalen, oder? Man kann ja nicht wissen, welche Arten von welcher Urart abstammen.
: Ist dies nach aktuellem
: Kenntnisstand nicht der Fall, kann man entweder die *weiteren* dazunehmen
: oder die Gattung splitten, so dass die Teilgattungen jeweils wieder einen
: gemeinsamen Vorfahren haben. Immer nach jeweils aktuellem Kenntnisstand,
: und der ändert sich eben laufend.
Das mit den *weiteren* verstehe ich nicht so ganz. Beziehen sich die *weiteren* auf die Vorfahren?
Z. B. bei den Cortinarien ist das ja der Fall. So wie ich dich verstehe, haben die Cortinarien mehrere gemeinsame Vorfahren und werden deshalb in Untergattungen eingeteilt (?).
: Ein gewisses Problem sehe es in manchen Fällen schon: wenn man dabei
: "konservativ" vorgeht, also z.B. wenige noch fehlende Arten zu
: einer größeren Gattung dazunimmt, statt die zu splitten, fällt das kaum
: auf, die Zahl der Neukombinationen ist gering. Beim Splitten einer Gattung
: fällt dagegen mindestens ein neuer Gattungsnamen an, hinter den man in
: einer wissenschaftlichen Publikation seinen Namen setzten kann. Was
: bevorzugt wird, kann man sich denken ;)
Das größte Problem besteht für mich, wenn sich verschiedene Quellen bezüglich des gültigen Namens uneinig sind (sprich Index fungorum und Myko Bank, und Wikipedia oder Tintling sagen im schlimmsten Fall noch was Drittes).
Aber was davon die größte Gültigkeit hat fragen sich viele schon lange und keiner weiß eine Antwort...
Viele Grüße,
Emil