SUBJECT>Re: eine Sensation für die Presse POSTER>Peter S. EMAIL>spechthome@online.de DATE>1382545707 IP_ADDRESS>pD9E28F07.dip0.t-ipconnect.de PASSWORD>aaA.FbN61/4P. PREVIOUS>238684 NEXT> 238696 238700 238701 IMAGE> LINKNAME> LINKURL>
: Hallo Peter,
: Du wohnst nicht zufällig am Waldrand in der Strasse Kieferngrund mit den
: Swimmingpools und daher für den seltenen Pilz, den sonst niemand kennt und
: keiner der Anwohner vermissen würde, gegen das Pflegeheim auf die
: Barrikaden gehst?
: Ein Pflegeheim im Wald und ein paar Wohnungen im Wald wären doch schön?
: Pilzige Grüsse
: hansuwe
Hallo hansuwe,
schön wenn auch mal einer dagegen hält und zu provozieren versucht.
Also vorweg schon mal: Danke - für die Gelegenheit zur Argumentation.
Meine Adresse steht z. Zt. in jeder ZfM und sicher haben auch einige Leute im Kieferngrund einen Swimmingpool im Garten. Wenn ich einen hätte, müsste ich mich jetzt auch nicht schämen. Die Siedlung stammt aus den 30-er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Und ja. Hinter meiner Straße ist das Dorf zu Ende und bis jetzt ist da auch Wald und Acker.
Die Frage ist, ob es bei einer in den nächsten Jahren um mehrere Millionen Einwohner in Deutschland zurückgehenden Bevölkerung angemessen ist, für notwendige Bauvorhaben immer noch Landschaft und Wald zu zerstören? Macht es ökologisch Sinn, Industriebrachen, dahinsiechende Altbaugebiete und zerfallende Städte der übernächsten Generation zu hinterlassen und denen auch gleichzeitig noch die Umwelt zu zerstören?
In Sachsen-Anhalt wird die Bevölkerung in den nächsten Jahren (bis 2030) um weitere 15 % abnehmen. Auch in der Gemeinde Biederitz ist ein solcher Rückgang der Bevölkerung in Gang. Jetzt schon wissen Land und Kommunen nicht mehr, wie sie Infrastruktur finanzieren sollen. Bei uns im Dorf ist jede 2. Laterne prinzipiell ausgedreht, weil die Kommune wie viele andere auch, kein Geld mehr hat. Warum sollten wir dann neue Straßen mit Laternen bauen an den Stellen wo jetzt Wald ist? Wenn Du darauf auch nur eine halbwegs vernünftige Antwort hast, kannst Du gerne weiter ätzen.
Selbstverständlich brauchen wir Pflegeheime, für die die alt werden und auch neue Häuser, für die die hier bleiben - aber dafür müssen wir die verfallenden Dörfer und Städte urbanisieren und nicht Ackerland bebauen und Wälder abholzen.
Beste Grüße - Peter