Gesendet von Tom am 18. November 1999 um 19:58 Uhr:
Dies ist eine Antwort auf: Re: Fragen an Georg, Boris u.a.Experten gesendet von Boris am 18. November 1999 um 14:31 Uhr:
: Es scheint zwar viele Pilze zu geben die kalkfeindlich, kalktolerant oder säureliebend sind, aber eine nähere Differenzierung ist wohl nur in Einzelfällen sinnvoll.
Hallo,
Die Frage, ob eine weiter Differenzierung der Böden sinnvoll ist oder nicht, interessiert mich auch (siehe Posting im letzten Archiv). Im Rahmen meiner Suche eines Diplomarbeitsthemas habe ich bei mir an der Uni versucht etwas darüber herauszufinden. Dazu habe ich einen Waldbauproffessor (Freiburg) und meinen Bodenbiologieprof aus der Bodenkunde in Hohenheim befragt, und beide waren sich einig: Der Einfluß des Bodens auf das Pilzwachstum wird wahrscheinlich höher sein als bisher angenommen, das Problem sei, daß darüber so gut wie nichts bekannt sei, da: " Da
Untersuchungen aber im wesentlichen von Biologen durchgeführt werden,
sind die Angaben aus bodenkundlicher Sicht meist unbefriedigend." (Zitat Bodenbiologe). Es gäbe aber eigentlich niemanden, der sich darin auskennt. Einzige Anlaufstelle: Fr. Prof. Kroppke (oder so), Tübingen. Der Forschungsbedarf in dieser Richtung ist insbesondere bei den Mykorrhizapilzen auch wirtschaftlich interessant, da es auch viele Arten gibt, die landwirt. Nutzpflanzen mykorrhizieren. Könnte man Saatgut geplant impfen, würde sich die chem. Industrie totärgern, da sie mit großen Umsatzeinbrüchen im Pflanzenschutzsektor zu rechnen hätte. Aber dafür müßte erst noch mehr über den Einfluß der Standortfaktoren auf Pilze in Erfahrung gebracht werden müsssen.
Bewerber für Doktorarbeiten werden mit Kußhand angenommen.
Grüße, Tom