Gesendet von Boris am 05. Oktober 1999 um 09:38 Uhr:
Dies ist eine Antwort auf: Re: Gentechnik gesendet von Michael Heidenreich am 04. Oktober 1999 um 23:47 Uhr:
: Es wurde schon angekündigt, daß es bald Weihnachtsbäume
: mit gleichmäßig aufgebaut Ästen geben soll - dank Gentechnik.
Gentechnik macht das Leben schön! Gentechnik bereichert das Leben!
Das bisher überflüssigste Forschungsthema aus dem Land der unbegrenzten Dümmlichkeiten war der "Selbstleuchtende Christbaum"! Nein, das ist kein Witz. Dem Baum wurde ein Gen vom Glühwürmchen eingesetzt. Das Leuchten ist nicht sehr stark, soll aber "in einem abgedunkelten Raum recht hübsch aussehen". Muß ich mir sofort kaufen, verstehe gar nicht wie ich ohne sowas bis jetzt leben konnte!
: Wäre ja auch das letzte, wenn der Mensch es nicht, auch
: die Natur in sein geordnetes System einzufügen.
: Ertragssteigerung, einfache Verarbeitung und Kontrollierbarkeit,
: das ist alles was zählt.
: Wenn mal etwas nicht so läuft, gibt es Probleme.
:
: Manchmal bin ich soweit, daß ich mir eine Naturkatasstrophe
: für Deutschland wünsche. Als Denkzettel.
Literaturhinweis: "Wenzels Pilz" von Bernhard Kegel, einer der besten Öko-Krimis die ich je gelesen habe. Das Schöne an diesem Buch ist, das es nicht so sehr überzogen wirkt, es beschränkt sich vielmehr auf die Darstellung dessen was schon machbar ist. "Ein sarkastisches Szenario einer erschreckend nahen Zukunft" schreibt der Autor, in dem Gentechnik und Freisetzungen schon zum Alltag gehören. Mir gefiel das Buch außerordentlich gut, Georg etwas weniger, was aber mehr am Schreibstil liegt. Die Story des Buches hingegen über Gentechnik und Killerpilze gehört zu den besten und spannendsten die ich je gelesen habe...
Viel Spaß, Boris
"Es kann keinen öderen Ort geben als eine biotechnisch verplante Welt. Bliebe in einer Welt, die besetzt wäre von biologischen Faksimiles, nur ein einziges Lebewesen in seinem Urzustand, wir würden uns daraufstürzen, es in die Arme schließen, es berühren, es bestaunen und ein Maß an Rührung empfinden, das wohl alle Replikate nicht in uns hervorrufen könnten."
Jeremy Rifkin, "Genesis Zwei", aus dem Vorwort von Wenzels Pilz